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Der Possibilist Die Projekte des Visionärs Jakob von Uexküll vor Jochen Schilk |
„Es gibt zu viele Möglichkeiten, als dass man Pessimist sein kann. Es gibt natürlich auch allzu viele Krisen, als dass man einfach Optimist sein kann. Ich sage immer, ich bin Possibilist – ich sehe die Möglichkeiten.“
(Jakob von Uexküll)
Als der kenianischen Umweltministerin und Aktivistin des Greenbelt-Movement Wangari Maathai (siehe Seite 38) vor wenigen Wochen der diesjährige Friedensnobelpreis zugesprochen wurde, dürfte mindestens noch ein weiterer Mensch diese Auszeichnung als persönliche Genugtuung empfunden haben: Jakob von Uexküll, der Begründer des als „Alternativer Nobelpreis“ bekannt gewordenen Right Livelihood Awards. Bereits vor zwei Jahrzehnten nämlich, 1984, hatte dessen Jury Wangari Maathai den Award für ihr Engagement bei der Wiederaufforstung von Kenias Wäldern (siehe Beitrag „Andere Welten“ in Kurskontakte Nr. 134) zugesprochen. Die Auszeichnung war damals im fünften Jahr als Gegengewicht zum altehrwürdigen Preis der schwedischen Nobel-Stiftung verliehen worden. Denn obwohl auch der „echte“ Nobelpreis offiziell solche Persönlichkeiten ehrt, die mit ihrem Werk „der ganzen Menschheit dienen“, trägt er doch insbesondere in den natur- und wirtschaftswissenschaftlichen Kategorien noch eindeutig dem alten Paradigma Rechnung, das die Welt bloß materialistisch und in Teilaspekte aufgeteilt betrachtet. Doch auch hier scheint ein Umdenken in eher systemische, ganzheitliche Richtung stattzufinden: Mit der Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreises an eine afrikanische Umweltaktivistin wurde der Friedensbegriff offiziell „erweitert“: Frieden ohne intakte Umwelt könne nicht funktionieren, so die Begründung der Nobel-Stiftung.
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